Die Historie


Als die Welt noch jung und wüst war tauchte ein Eiland aus den Tiefen der Ozeane, und es war besonders fruchtbar und von der Sonne beschienen.
Im Laufe vieler Jahre entwickelte sich eine Fülle an Leben aller Art auf dieser Insel und die Welt war gut in jenen Tagen.
Unter den Lebewesen dieses Eilandes waren auch jene, welche die Vorfahren der Menschen, Elfen, Zwerge und vieler anderer Rassen waren, und sie nannten sich selbst Talamar und die Insel auf der sie lebten Ashnadar.
Sie entwickelten sich rasch und nahmen das Land in Besitz, um es urbar zu machen, und ihre Zivilisation wuchs ebenso rasch wie ihre Zahl und schon bald siedelten sie auf der gesamten Insel. Die Talamar erlernten das geschriebene Wort und sie errichteten prächtige Städte mit hohen Türmen und Dächern aus Gold und Silber.
Dies alles war vor unvorstellbar langer Zeit und heute berichten nur noch die Legenden davon.
Doch die Talamar waren ohne Gott und Zwietracht wuchs zwischen ihnen. Bald hatte ihr Reich die Grenzen seines Wachstums erreicht und die inneren Konflikte entluden sich in erbitterten Auseinandersetzungen. Das Volk der Talamar zerbrach und stürzte das Eiland in einen verheerenden Krieg. Auf der Suche nach immer mächtigeren Waffen machten sich die Gelehrten die Kräfte der Magie, welche auf Ashnadar schon immer sehr stark war, zu Nutzen. Mit diesen Kräften sollte der Krieg rasch entschieden werden. Doch auch nach vielen Jahren des Tötens war ein Ende des Konfliktes nicht in Sicht, ganze Landschaften wurden entvölkert, machthungrige Kriegsherren tränkten Felder und Wälder mit dem Blut unzähliger Recken, Flüsse und Seen verfärbten sich rot und die Insel selbst drohte in dem Sturm entfesselter Magie zu zerbrechen.
Doch es gab auch jene, die dem Krieg entsagten und sich in entlegene Winkel zurückzogen. Es begab sich im 34. Jahr der alles vernichtende Kämpfe als sich diese Edlen zusammenschlossen und über das Schicksal der Welt berieten.
Es waren viele Helden und Weise unter ihnen und sie beschlossen eine Gruppe von vier Recken aus ihrer Mitte zu wählen, welche mit der vereinten Kraft der vier Elemente den Krieg beenden sollten.
Diese Vier waren
Alas - Meister der Magie der Erde,
Balahr - Meister der Magie des Windes,
Nandur - Meister der Magie des Feuers und
Waylun - Meister der Magie des Wassers.
Sie zogen gemeinsam aus um die Talamar zu einen und den Krieg zu beenden, doch wussten sie nicht wie dies zu erreichen wäre, ohne selbst zu den Mitteln des Krieges zu greifen. Da hatten sie eines Nachts einen Traum der ihnen den Weg wies und so brachen sie am nächsten Morgen zum Mittelpunkt Ashnadars auf und erklommen den als Kar-Kuruk bekannten Berg. Als sie seinen Gipfel erreicht hatten, entfesselten sie einen riesigen, magischen Wirbel in dem sie ihre Kräfte verbanden, so wie es ihnen der Traum offenbart hatte.
Der Wirbel wuchs rasch zu gigantischer Größe an und war gleißend weiß. Er strahlte heller als die Sonne und blendender als die schönsten Edelsteine und niemand konnte diesem Anblick standhalten. Während er immer weiter wuchs verschlang er alles was er erreichen konnte.
Die vier Helden erkannten die Gefahr und opferten ihre Existenz um die Welt vor der totalen Zerstörung zu bewahren. Als sie ihre sterblichen Hüllen verließen wurden sie Teil des Sturmes und durchdrangen ihn vollkommen. So konnten sie ihn lenken und alles Gute und Gerechte vor der Auslöschung retten. Doch alles was falsch und ungerecht war verschwand vom Anlitz der Welt und wandelte nie wieder über Ashnadars grüne Wiesen, lichte Wälder und klare Bäche.
Der Krieg war vorüber und nur noch wenige der Talamar waren am Leben. Als die Vier dies erkannten, brachten sie den Wirbel zum Erliegen und seine Energie rieselte wie feiner Schnee auf Ashnadar nieder und durchtränkte das ganze Land mit purer Magie.
Die vier Helden aber erfüllten die Elemente deren Meister sie einst waren und sie wandelten nie wieder über die Ebenen Ashnadars, doch sie waren in allem was von nun an existierte, und sie waren groß an Macht und Weisheit geworden. Sie brachten der Welt die Ordnung der Dinge wie sie auch heute noch besteht und erschufen ein Gleichgewicht zwischen allen Lebewesen und Dingen, und selbst die Vier befanden sich in einem Gleichnis.
Dies war der Beginn eines neuen Ashnadars, denn die Vier wurden fortan als Götter verehrt und das Eiland war gesegnet. Dies war das Ende des ersten Zeitalters. Es liegt schon Äonen von Jahren zurück und die Welt war noch immer jung.



Das zweite Zeitalter begann mit der Neuordnung der Welt. Die Götter errichteten ein Paradies, wie es schöner noch nie gesehen wurde und auch später blieb der Glanz jener Tage unerreichbar. Doch die Tage der Talamar waren vorrüber, denn sie trugen viel schlechtes in sich und waren innerlich zerrissen von ihrem Streben nach Höherem und einem niederen Drang der Selbstzerstörung. Und die Götter teilten die Talamar. Aus ihrem Hochmut und ihrer Arroganz, ihrem Sinn für Kunst und der Begabung für die Magie erschufen sie die Elfen, die älteste der hohen Rassen, ein edles Volk, und perfekt in allem was sie taten.
Aus dem Jähzorn und der Starrköpfigkeit der Talamar wurden die Zwerge geboren, ein Volk welches die Kunst des Schmiedens wie kein zweites beherrscht und die Bodenständigkeit soliden Handwerks den Spielerein der Magie vorzieht.
Diese beiden Völker wurden zu zwei Seiten derselben Münze, doch das Gleichgewicht zwischen ihnen war nur wenig stabil, denn die Unterschiede waren zu groß um überbrückt zu werden. Die Elfen errichteten hohe, luftige Türme, fuhren zur See und wurden wahre Meister der Magie, während die Zwerge tief in den Wurzeln der Berge nach Edelsteinen und kostbaren Metallen gruben und den festen Boden unter ihren Füßen nie gegen die unsicheren Planken eines Schiffes eintauschen würden. Oft kam es zum Streit zwischen ihnen, und die Götter sahen es mit Sorge. Daher beschlossen sie Vermittler zwischen beiden Rassen zu erschaffen, Botschafter, welche von beiden Seiten verstanden werden könnten, und so erblickten die Menschen als jüngste der drei hohen Rassen das Licht der Welt. Mit der Geburt der Menschen endeten die Talamar und aus ihrer Zeit sind heute nur noch Legenden überliefert.
Zu dieser Zeit waren weite Landstriche Ashnadars unbesiedelt, da die Elfen nach Westen aufgebrochen waren und dort, jenseits des Ozeans ein neues Reich gegründet hatten und nur noch wenige Ansiedlungen entlang der Küste bewohnten, und die Zwerge tief unter den Bergen siedelten, welche von den Menschen die „Donnerberge“ genannt wurden, da sie vom Klang unzähliger Schmiedehämmer widerhallten. Die Menschen breiteten sich rasch aus, und bald herrschten sie über die Insel. Doch sie waren uneinig und in viele Stämme zersplittert. Die Götter befürchteten, dass sich die Geschichte wiederholen könnte und schickten einen Recken, um die Stämme zu einen und den Frieden zu sichern. Sein Name war Ramhon, und er war von einfacher Geburt. Mit der Zunge und der Feder war er ebenso geschickt wie mit dem Schwert, und er einte die Familien und Klans unter seiner starken Hand. Er rief ein Königreich aus und ward selbst zum ersten König gekrönt worden.
Ramhon ließ viele Tempel für die vier Götter errichten und es brach ein goldenes Zeitalter für die Menschen an. Sie betrieben Handel mit den Zwergen und den Elfen, erlernten die Künste der Magie und des Schmiedens, der Baukunst und der Musik. Ihre Städte waren hell leuchtend und überwältigend schön und alles was sie errichteten blieb bis heute in aller Pracht unerreicht.Ramhon führte den elfischen Sonnenkalender ein und fortan wurde die Zeit gemessen und festgehalten. Es war eine Zeit großen Wohlstandes und des Glückes, und die Geschichtsbücher jener Tage sind voll von wundervollen Erzählungen und großen Heldentaten und viele Lieder besingen noch heute den Glanz jener Zeit. Doch Ramhon wusste ob all des Glückes, welches ihnen beschieden ward, um die Schwäche des menschlichen Geistes und er sorgte sich was wohl aus seinem Volk werden würde wenn er eines Tages nicht mehr unter ihnen weilen könnte und ein Anderer an seiner statt regieren würde.
So beschloss er kurz bevor er im Jahre 107 der ramhonischen Zeitrechnung (R.Z.), in Ehren ergraut, starb, dass sein Reich nicht länger von nur einem König regiert werden sollte, sondern dass ein Rat der Weisen die Geschicke des Landes zum besten lenken würde. Zwölf weise Männer und Frauen, Gelehrte und Magier wurden in diesen ersten Rat berufen und regierten lange und weise, und Ramhons Entscheidung schien die rechte gewesen zu sein. Über viele Generationen hinweg gedieh das Reich und Frieden und Gerechtigkeit waren allgegenwärtig. Vermutlich würden die Menschen von Ashnadar noch heute in dieser tiefen Harmonie leben, hätte nicht erneut eine Vision in die Geschicke der Welt eingegriffen.
Im Jahre 1492 R.Z. wurde den zwölf Weisen im Traum offenbart, dass es neben der ihren noch weitere Welten gäbe, welche durch ein Netzwerk aus magischen Gängen miteinander verbunden sind. Die Pforten zu diesen Gängen könnten durch spezielle Portale erschaffen werden. Der Rat der Weisen entschloss sich ein Portal zu errichten und die Tore in fremde Welten aufzustoßen um Frieden und Harmonie von Ashnadar aus zu verbreiten. Von den größten Schmieden im Zwergenreich ließen sie einen riesigen Ring aus Adamant formen, mehr als mannshoch und armdick, matt schwarz glänzend und mit unzähligen magischen Runen verziert. Die fähigsten Magier im Menschenreich durchtränkten den Ring mit ihrer Energie und der Rat der Weisen suchte nach einem Weg das Tor auf eine bestimmte Welt auszurichten und aufzustoßen. Sie erlangten großes Wissen und schon bald wurde das erste Portal aufgestellt und geöffnet. Die Welt, zu welcher das Portal führte war wüst und leer und die Menschen besiedelten sie.
Sie brachten die Magie in diese Welt und erweckten sie zum Leben und schon bald hatte sie sich zu einerblühenden Landschaft gewandelt. Durch ihren Erfolg angespornt errichteten die Weisen weitere Portale zu weiteren Welten, unter ihnen auch die Erde, und viele wurden nicht nur von Menschen besiedelt, sondern auch von abenteuerlustigen Elfen und Zwergen auf der Suche nach neuen Materialien und gewaltigen Erzlagern.
Die Götter sahen dieses Treiben mit Sorge, doch die Weisen wählten nur unbewohnte Welten aus und nutzten die Portale nur im Guten, und so ließen die Götter sie gewähren. Insgesamt errichteten die Weisen zwölf Portale zu zwölf Welten, und jeder der Weisen hatte ein Portal unter seiner Obhut.
Doch einer von ihnen, Fälestir, wollte sich mit nur einem Portal nicht zufrieden geben, denn seine Welt war unwirtlich und kalt. Sie stieß Ashnadars Magie ab, so dass sie unbewohnbar blieb, und bis auf eine kleine Enklave der Zwerge, welche die reichen Adamantvorkommen erschlossen, war diese Welt kahl und düster. Fälestir blickte neidvoll auf seine Mitregenten und in ihm reifte der Plan heimlich ein Portal zu einer energiereichen, fruchtbaren Welt zu errichten, und so Herrscher über ein florierendes Reich zu werden.
Auf seiner Suche wurde er rasch fündig, er entdeckte eine Welt, angefüllt mit einer ihm gänzlich unbekannten Magie, und die Neugier und die Verlockungen der Macht waren stärker in ihm, als die Vernunft und der Glaube an Recht und Ordnung. Im Verborgenen ließ er von den Zwergen ein prächtiges Portal anfertigen und es wurde am nördlichsten Ende Ashnadars errichtet. Weit entfernt von den Blicken der anderen Weisen und tief unter der Erde, durch Magie verschleiert, blieb es sogar den wachsamen Augen der Götter verweigert.
Im Jahre 1513 R.Z. öffnete Fälestir aus dem Rat de Weisen das 13. Portal nach Urgol und so endete das zweite Zeitalter, welches auch das „goldene Zeitalter“ genannt wird, und großes Unheil kam über alle Welten.



Urgol ist eine finstere und trostlose Welt. Kein Sonnenlicht hat sie je erreicht, nur durch schwarze Magie konnte zu ewigem Leiden verdammtes Leben entstehen. Diese Magie des Todes war es gewesen, welche Fälestir gespürt hatte. Urgol war von niederen Wesen, fleischfressenden Pflanzen und blutsaugenden Jägern in der Finsternis bewohnt, und noch weitaus bösere Kreaturen herrschten dort, Dämonen, Wesen aus purer Energie und das personifizierte Böse. Ständig waren sie auf der Suche nach Energie, welche sie in sich aufzusaugen begehrten, und als Fälestir das Portal aufstieß erschien dies wie ein grelles Leuchtfeuer in ewiger Nacht, welches die Dämonen und ihr Gefolge magisch anzog.
Sie stürzten durch das Portal und fielen in Ashnadar ein. So kam es, das dort, auf jener gesegneten Insel, auf der seit mehr als einem Zeitalter Frieden herrschte, erneut die Erde erzitterte von den schweren Schritten aufmarschierender Heerschaaren und dem furchtbaren Klang unzähliger Kriegshörner.
Fälestir war den Feinden nicht gewachsen und so zahlte er für seine Unvernunft mit seiner Seele. Eine schwarze Flut ergoss sich von Norden her über das Land. Ganze Landstriche wurden verwüstet, die Zwerge in ihren Festungen in den Donnerbergen eingeschlossen und belagert, das Volk der Menschen, welches in der Kriegsführung ungeübt war, wurde zurückgedrängt, und nur durch die Hilfe der Elfen konnte der Vormarsch der Dämonenheere gestoppt werden.
Doch durch das Portal kam Vorgul, oberster Dämonenprinz, Herrscher über den Tod, und er beanspruchte Ashnadar für sich. Er ließ um das Portal, welches Fälestir für ihn errichtet hatte, eine schwarze Zitadelle bauen, und sie wurde „Mors Morgul“ genannt, die Schreckensburg. Von dort herrschte er über sein neues Reich und die Geschicke des Krieges. Ein hoher Wall wurde entlang des Flusses Dadûin und des Schattenwaldes errichtet, schwarz und undurchdringlich, und nichts Lebendiges hatte hinter diesen Mauern Bestand. Die dort lebenden Menschen wurden zu Vorguls Dienern. Untote und andere gräßliche Geschöpfe durchstreiften die Ödlande.
Allein die Zwerge widerstanden dem Bösen, doch sie versiegelten die Tore zu ihrem Reich durch mächtige Runen, welche selbst der finstere Herrscher nicht überwinden konnte, und sie zogen nach Süden, fort von der dunklen Bedrohung. Es war eine düstere Zeit, und dunkle Wolken verdeckten die Sonne.
Die Macht der Finsternis wuchs und die Magie der vier Elemente vermochte nichts gegen sie auszurichten. Die Götter erkannten, dass diese neue Kraft drohte das Gleichgewicht zu zerbrechen, und sie schufen mit ihren vereinten Kräften die Magie des Lichtes und des Lebens, die weiße Magie, und eine neue Gottheit sollte es sein, welche Vorgul die Stirn bieten könnte, denn wie ein Gott war auch er.
Und so stieg Lisahl, die aus Licht geschaffene, überbringerin des Lichtes und des ewigen Lebens auf Ashnadar herab um Vorgul im Kampf zu stellen. Doch dieser verhöhnte sie, denn sie war allein und die Zahl seiner Diener schien unendlich. Da erschuf Balahr, der Gott des Windes, ein Volk für sie, von edlem Gemüt und mit prächtigen Schwingen, mit denen sie bis tief in das Reich des großen Feindes fliegen konnten. Sie nannten sich selbst Balathar, doch von den Menschen wurden sie Vogelmenschen oder auch Engel genannt, und sie lebten fortan auf dem Windberg. Als Lisahl die Balathar zum Kampf rief erhoben sich die Krieger der Lüfte und ein wilder Kampf entbrannte gegen die Diener der Finsternis.
Doch Vorgul hatte schon andere Pläne. Er hatte von den anderen Portalen erfahren und ihm verlangte es nach der Herrschaft über alle Welten. Er schickte zwölf seiner treuesten Diener auf geflügelten Dämonen aus, um die Portale zu erobern und seine Macht auf die dahinterliegenden Welten auszuweiten. Die Balathar aber entdeckten diese Knechte der Dunkelheit und in einem verzweifelten Kampf rangen sie die Boten des Unterganges nieder und zerstörten sie.
Da besann sich der finstere Herrscher auf eine List und sandte menschliche Diener aus, welche unbemerkt in weite Teile Ashnadars gelangten und überall die Saat des Bösen in den Köpfen vieler Menschen einpflanzten. Viele schwache Seelen erlagen den Einflüsterungen und Versprechungen Vorgul's und sein Einfluss wuchs.
So gelangten seine Lehren unbemerkt von den Weisen und den Göttern in alle zwölf Welten, und einmal ausgesät waren die Worte des Bösen nunmehr nicht mehr auszumerzen. Vorgul's Macht auf Ashnadar wuchs von Jahr zu Jahr und auch außerhalb von Mors Morgul wurde seinem Namen bald öffentlich gehuldigt und Totenkulte und Nekromanten zersetzten das Land.
Schließlich, als er seine Heere genügend verstärkt hatte, öffnete sich der schwarze Wall und die Armee des Verderbens stürmte wieder über das Anlitz Ashnadars. Der letzte Kampf ums Überleben hatte begonnen, und es stand schlecht um die freien Völker dieser Welt.
Immer weiter wurden sie zurückgedrängt und selbst Lisahls Macht konnte den Ansturm nicht aufhalten. In der Stunde der größten Not, als die Dämonenheere schon vor den Mauern Ramhonia's standen und die einst prächtige und stolze Hauptstadt des Menschenreiches zu fallen drohte, verbündeten sich die freien Völker von Ashnadar, um gemeinsam dem Feind Einhalt zu gebieten. Zwerge kämpften Seite an Seite mit Elfen, Menschen und den Balathar, und die Götter selbst führten die Armeen dieser ersten und einzigen Allianz in die Schlacht.
Die elf Verbliebenen vom Rat der Weisen aber machten sich auf, um die Portale zu verschließen und so zu verhindern, dass Vorgul Macht von ihnen ergreifen könnte. Manche versiegelten die Portale von der anderen Seite und lebten fortan in der ihnen anvertrauten Welt, andere verschlossen die Tore auf dieser Seite um sie von nun an zu bewachen.
Die Allianz der Völker kämpfte indes verzweifelt gegen die Horde der Dunkelheit, doch waren sie an Zahl und Stärke hoffnungslos unterlegen.
Als die Niederlage kaum noch abwendbar schien, stiegen Ashnadar's fünf Götter auf, und gingen auf Vorgul's Zitadelle nieder, um ihn persönlich im Kampf zu stellen. In einem wahrlich epischen Kampf, welcher wohl mehrere Wochen andauern mochte, wurde Vorgul schließlich besiegt, und es war Lisahl, welche den letzten Streich führte.
Doch der Meister des Bösen war nur geschwächt, nicht endgültig geschlagen, und so verbannten sie ihn zurück nach Urgol und bewachten das Portal, auf dass er es nicht wieder passieren könnte.
Ohne ihren Führer waren Vorgul's Horden rasch geschlagen und wurden durch das Portal nach Urgol zurückgetrieben. Das schwarze Tor nach Urgol wurde versiegelt und die stärksten Runen der Zwerge und die mächtigsten Zaubersprüche der Elfen schützten fortan dieses Portal, so dass es nie wieder geöffnet werden könnte.
Der große Krieg war vorrüber, man schrieb das Jahr 1648 (R.Z.), doch Ashnadar war in seinen Grundfesten erschüttert. Die nördlichen Lande waren so von der Magie des Todes durchtränkt, dass die Schönheit dieser Gegend fürimmer verloren war. Obwohl viele Städte wieder aufgebaut wurden blieben sie doch Orte, an denen viel schwarze Magie zugegen war und Vorgul-Kulte fanden hier ihre Heimat. Von hier aus bereiten sie noch heute die Rückkehr ihres Meisters vor.
Auch der Rest des ehemaligen Menschenreiches zerbrach nach und nach. Die Autorität des herrschenden Rates war Vergangenheit, von den einst zwölf Weisen waren nur noch sechs am Leben. Viele waren durch die Portale geflohen und Fälestir war tot ...oder schlimmeres.
Viele Fürsten beanspruchten nun Teile des Landes für sich und die Gestalt Ashnadars veränderte sich in den kommenden Jahrhunderten häufig. Staaten bildeten sich und vergingen wieder. es war eine Zeit großer Wirren. Den sechs Weisen aber wurde von den Göttern ein langes Leben auferlegt, und sie wurden zu Wächtern der Portale. Manche hüten die Tore indem sie Tag und Nacht reglos vor ihnen verharren, stets zur Verteidigung bereit, andere, wie Kalmor, dessen Portal tief in den Ostlanden fest in den Händen Kelds ist, können nur aus der Ferne über die Geschehnisse wachen.

Heute ist Ramhons Reich nur noch ein Schatten seiner selbst, und die Elfen haben sich fast völlig aus Ashnadar zurückgezogen. Nur noch wenige siedeln im Wald von Arwen und westlich davon.
Es hat sich ein feines Gleichgewicht zwischen den nunmehr sechs Mächten der Magie herausgebildet, doch wie ein drohender Schatten liegt eine Verheißung für die Zukunft über der Gegenwart.
Das dritte Zeitalter hatte mit Krieg, Tod und Zerstörung begonnen, und es wird dereinst ebenso enden.

Die Welten, welche von nun an von Ashnadar getrennt waren durchliefen eine Reihe von Veränderungen. Das Versiegen der Magieströme führte dazu, daß mancherorts weder Elfen und Zwerge, noch Drachen oder Zauberkräfte bestehen konnten. Vieles fiel dem Vergessen anheim und nur Mythen und Legenden blieben erhalten. Doch das Erbe Ashnadars schlummert tief in den Wurzeln dieser Welten und wartet darauf erweckt zu werden.

... ebenso wie die Saat des Bösen.



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